Winnie

B hat zwei Bücher über ihre Freundin Winnie geschrieben. Wir haben sie beide gelesen und finden sie total lustig, auch wenn keine Mäuse drin vorkommen. Nur ein paar Katzen und ein echt verrückter Hund, der Cito heißt. Und ein Pferd, das Shakespeare heißt. Und eins, das heißt Butterblume. Und dann noch ein Brüllaffe, der Winnies kleiner Bruder ist, und ein schrecklicher Junge, den Winnie und Marlies nicht leiden können. Der heißt Axel und nervt nur. Das Folgende haben wir auch wieder von B geliehen, weil wir keine Lust haben, hier so viel zu tippen. Das sind Auszüge aus ihrem Buch. Braucht ihr aber nicht zu lesen, wenn ihr nicht wollt. Obwohl es eigentlich ganz nett ist.

„Winnie Klaarenbom war ein Jahr und zwei Tage jünger als ich, wohnte in derselben Neubausiedlung wie meine Familie und war während der gesamten Schulzeit meine beste Freundin. Eigentlich hieß sie Bärbel, doch sie war der festen Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht habe, sich seinen Namen selbst auszusuchen, und da Bärbel so gar nicht zu ihr passte und Winnetou ihr größter Held war, taufte sie sich kurzerhand um. Wir waren echte Blutsschwestern und hatten uns auf dem alten Kattendonker Friedhof vor dem Grab mit dem weißen Kinderengel ewige Treue geschworen. Wir hielten zusammen wie Pech und Schwefel und verstanden einander ohne Worte. Wir hatten gleichzeitig Mumps, Masern, Windpocken, Röteln und Stubenarrest, machten gemeinsam Strafarbeiten und Hausaufgaben, pflegten kranke Tiere gesund, zähmten Katzen, Hunde, Kaninchen und Mäuse, beobachteten Füchse, Eulen, Rotkehlchen und Saatkrähen, fingen Glühwürmchen und Maikäfer, bekämpften und besiegten den verhassten Erzfeind Axel Brökskes, passten auf unsere nervigen kleinen Geschwister auf, lasen zusammen verbotene Bücher, bauten schillernde Luftschlösser und funkelnde Wolkenkuckucksheime und waren fest davon überzeugt, dass sich unsere Wege niemals trennen würden.“ (aus: Mit Winnie in Niersbeck, 2017)

Das auf dem Bild ist die Dorenburg, die steht in Kattendonk oder vielmehr in Grefrath. Da kommt B nämlich her. Aber das sagen wir euch nur im Vertrauen, denn sie hat es im Buch ja extra umbenannt. Keine Ahnung, warum. Vielleicht mag sie einfach den Namen lieber.

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B hat noch mehr über ihre Bücher geschrieben. Braucht ihr aber auch nicht zu lesen, wenn ihr nicht wollt. Steht sowieso nichts über Mäuse drin.

„Mit Winnie in Niersbeck“ ist die Fortsetzung der Geschichten um die beiden ungleichen Freundinnen Winnie Klaarenbom und Marlies Hintzen. Jetzt sind die beiden etwas älter und besuchen die Klosterschule in Niersbeck. Hier geht es äußerst gesittet zu, denn die meisten Lehrkräfte sind strenge Ordensschwestern. Die Mädchen sehen sich mit unerwarteten Problemen konfrontiert. Warum sind Hosen, Make-up, lange Haare und ärmellose Kleider verboten? Haben Nonnen Haare? Wie mag das Leben nach dem Tod wohl aussehen? Warum fehlt Maria in der Dreifaltigkeit? Marlies berichtet von ihren skurrilen Großtanten, dem weisen Opa Südstraße, Winnies flippiger Schwester Rita, die im Sündenbabel Köln studiert und sich mit Hippies und Kommunisten einlässt, und dem gemeinsamen Erzfeind Axel Brökskes, der nach dem legendären Trappersieg und dem Amselangriff der Mädchen eine merkwürdige Verwandlung durchmacht. Wir treffen Ordensschwestern, die sich in Luft auflösen können, päpstliche Kühlschrankräuber, den Kleinen Münsterländer Cito, der es faustdick hinter den langen Schlappohren hat, den Indianermann, die freche kleine Nana, attraktive Vorbeter und die geheimnisvollen Niersmatronen. Ausgerechnet in der Christmette begegnet Marlies ihrer ersten großen Liebe.

So sieht Bs Buch aus. Ganz schön blau und sehr gut duftend, nämlich nach frischem Papier. Am liebsten würde man ein bisschen dran nagen, aber das dürfen wir nicht.

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„Untermalt wird die besondere Zeitreise in die sechziger Jahre auch diesmal von meiner Freundin, der amerikanischen Illustratorin Caroline Riedel. Eine Zusammenarbeit, die niemals Stress und immer unglaublich viel Spaß macht. Sie illustriert auch meinen Köln-Roman.“

B liebt Katzen. Wir auch, aber nur wenn es Bücherkatzen sind. Das da unten ist Cisco. Er konnte auch lesen, und zwar am liebsten psychologische Bücher über Katzenprobleme. B hat ihm mal mit so einem Buch fotografiert. Wir suchen das Bild irgendwann mal raus, wenn wir genug Zeit haben. B hat nämlich Millionen Fotos auf ihrem Computer.

„Cisco, mein erfahrener Bücherkater, wird das neue Werk leider nicht mehr wie gewohnt bewachen können. So viele Jahre lang war er immer dabei, wenn ich den ungeduldig erwarteten Karton aus der Druckerei hinaus in den Garten trug (irgendwie ist nämlich immer schönes Wetter, wenn ein neues Buchkind mit der Post kommt) und auf dem großen Gartentisch auspackte. Aber vielleicht schaut er mir jetzt mit seinen grasgrünen Augen vom Katzenhimmel aus zu?“

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Das lassen wir jetzt alles einfach so stehen, wie es war, damit B sich nicht unnötig aufregt. Sie steht offenbar total auf Links, deswegen hat sie auch auf jeder Seite welche.

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